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update: Pellworm, 15.05.2008 - 13:51 Uhr

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Verzeichnis der seit 1798 auf Süderoog gestrandeten Schiffe


1798 kam ein kleiner Koff, die "Einigkeit", von Husum mit Holz beladen von Norwegen hier auf den Strand

1801, den 18ten Oktober:
Nickels Hemsen Jost aus Süderhöft mit Stückgut und Äpfeln beladen von Altona kommend auf dem Strande

1804 Peter Jens Klein aus Königsberg in Preußen mit Röcken, Hanf und Linnen beladen


1811, den 25ten Dezember:
Daniel Breisen von Schweden mit Holz beladen. 5 Mann kamen glücklich nach Süderoog und 3 Mann erfroren auf dem Sande.


1812 Im Sommer strandete bei der SW-Ecke am Sande ein Sonderburger Schiff. 10 Mann von der Besatzung ertranken und 2 Mann kamen mit einem Boot bei der Hallig an.


1812 kam eine Jacht von Fanö mit Steinsalz von England beladen auf den Strand. Die Mannschaft ertrank und liegen der Capt. und dessen Bruder hier auf der Hallig begraben.


1834, den 23. Oktober:
Johann Hinrich Länger von Papenburg mit Hafer beladen auf Strand.


1835 strandete das Brieg Schif f"Forster" von England ohne Masten und Mannschaft


1836 Im Frühjahr kam Tapp von Pekela: Die Besatzung von 4 Mann nebst Frau und Kinder kamen nach Süderoog.


1842 Im Sommer kam ein Holländer Koff auf den Sand. Der Capt., Steuermann und ein Matrose wollten mit dem Boot den Anker ausbringen, wobei des Boot kenterte und alle drei ertranken. Des Capt. Frau und 3 Kinder, sowie ein Matrose kamen hier nach Hause, worauf das Schiff nach Föhr gebracht wurde. Das Schiff war von der Insel Ameland.


1842 Im Herbst,John Katteford"von England mit Steinkohle beladen, Die Besatzung, 8 Mann, kamen hier in 2 Booten an.


1843 Im Herbst,,Heinrich Knabe"aus Husum von England mit Stein-kohlen beladen. Das Schiff wurde nach einiger Zeit wieder flott.


1843 Im Frühjahr„Peter Carstensen aus Friedrichstadt von Bremen kommend mit Steinen beladen auf Strand.

1845, den 21ten Oktober:Die Brigg "Hermine" aus Rostock mit Holz.
Die Mannschaft, 10 Mann, wurden geborgen. Capt.Jakob Müller.


1845, den 24ten Juni kam der Engländer„James Keitey~mit Salz nach Husum beladen auf den Strand.


1847, den 29ten April kam ein gekentertes Koff Schiff mit Holz beladen. Die Mannschaft verunglückte.


1848 Abschrift einer bier angetriebenen Flaschenpost:
"Das Preußische Brieg Schiff "Auguste Christine" von Stettir geführt von Capt..Eduard Schertan" ist, nachdem selbiges vor er den Fockmast und Haas verloren hatte nach Cuxhafen abgehalten, wobei der Wind aber den 20ten Novemb Baus WSW in Orkan zu wehen anfing, so daß wir anjetzt wohl unseren Todt wohl gegen 6 Uhr abends entgegen sehen können.
Der ehriche Finder dieser Flasche wolle gefälligst die An-zeige davon machen. Capt. Eduard Scherlan
Hamburger Bucht zwischen Helgoland und Eider-Feuerschiff, den 20. November 1848 4 Uhr abends"
Das Schiff strandete auf der inneren Quage SSW von Süderoog.

 

1854 Im Herbst kam ein Helgoländer Schaloppe hier an, welches Hans Karsten Dreyer daselbst gehörte.


1854, den 2ten November kamen hier 8 große Tonnen Malageur Wein, 1 Tonne Öl, Weintrauben, Mandeln und eine ungeheure Menge Zitronen.


1855 kam.Daniel Franz"von Helgoland seine Schaloppe hier an.
1856, den 10ten Mai strandete Andreas Lorenzen von Langeneß von Al tona mit Felssteinen beladen hier. Das Schiff hieß "Caroline Amalie".


1850, den 26ten August ein Holländer Koff mit Ballast. Die Mannschaft, 4 Seeleute und 2 Frauenspersonen, wurden nach Süderoog geborgen.


1858 Im Januar kam eine große Menge Apfelsinen.


1859 14 Tage vor Ostern strandeten wir eine ganze Takelage nebst Wracken einer Englischen Barke.


1856 14 Tage vor dem Föhringer Herbst Markte strandete zwischen Süderoog und Norderoog ein Französischer Schoner mit Wein, Öl, Champagner, weißem Leder, Cognac und Sardellen. Die Mannschaft kam nach Pellworm.


1860, den 17ten Oktober strandete dicht bei dem Sande eine Englische Brigg mit Steinkohlen beladen. Die Mannschaft ertrank. Der Capitän und 3 seiner Leute lagen des anderen Tags tot auf dem Sande.


1861, den 10ten August~fanden wir hier bei der Hallig den am 28ten Juli bei Helgoland ertrunkenen Baron Alexander von Müller aus Deutschland mit 1750 Cmk Geld bei sich.


1861, den 5ten Dezember strandeten wir nahe bei der Huntje an der Hever unser Schiff "Johanna". Dasselbe war von Carolinen-Siehl in Oldenburg, und war in einem fürchterlichen Sturm vor der Elbe gekentert.


1863 Im Dezember strandete das Holländische Koff Schiff "Maria Catharina" von Norwegen mit Holz beladen. Der Capitän hieß Dirk Krammer, der Steuermann Jacob Laurenz de Fries war der Sohn des im Sommer 1842 gestrandeten und ertrunkenen Capitäns.


1864, den 31ten Dezember strandete die Hannoveraner Galliot "Gesine von West Rauderfehn von England mit Steinkohlen beladen.


1866, den 31ten Oktober strandete ein ganz neuer Schoner mit Eidenholz beladen NW vom Sande. Das Schiff trieb nach einigen Tagen von da weg zwischen Carsten- und Bagenwarf Ley, woselbst wir die Ladung nach Pellworm brachten. Das Schiff war aus Barth aus Pommern und hieß '", der Capitän Johann Casten.


1868, den 5ten Februar kam die gekenterte Brieg "Julie" von Arendal in Norwegen mit Holz nach Sunderland beladen hier an. Die Ladung brachten wir mit unserem Schiff hier nach der Hal-
lig.


1868 Im April strandete auf dem Außen Quage Grund NW von der Ansegelungs Tonne das Englische Vollschiff "Elisabeth Catherina" von Lima mit Guano und 98 Ballen Baumwolle beladen. Auf diesem Schiff waren wir die ersten an Bord und bargen viele Sachen.
Selbigen Sommer war hier auf Süderoog 2 Tage Auktion von ca. 3000 Balken, 12 Ballen Baumwolle, 2 Tonnen Oel, 2 großen Trossen, 7 Kisten mit Kleidungsstücken, 7 Säcken mit Kleidern, einigen Paketen neuen Röcken und Hemden, Seekarten, Compassen, 18 Flaggen, Kochgerätschaften, 1 Kiste Zucker, 2 Kisten Banne nen- und Melonensaft, 1 Kiste mit Chinesischem Elfenbein, Arm beiten und Bücher, 1 Kiste mit Uhren und Uhrmachergerätschaften 30 Tolli Bretter, 500 Pfund Kopfer, 5 Wracken und sonstigen Sachen.

1870 Zwischen dem 13. und '14ten November strandete hier eine Eng-lische Brieg mit Ballast. Die Mannschaft wurde geborgen. Das Schiff hieß "Londonderry", der Capitän William Erverth. Bergelohn: 30 Pfund Sterling

1870, den 15ten November strandete das Hamburger Vollschiff "Oernern auf dem 'Quage Grund mit Manufakturwaren. Das Schiff kappte die Masten zwischen dem 13ten und 14ten Oktober und lag bis zum 15ten 7 Uhr morgens vor seinen Ankern.
6 von der Mannschaft und 3 Passagiere kamen hier mit dem Boote an und 13 Mann ertranken an Bord. Von diesem Schiff erhielten für unseren Anteil 7.500 M.

1870, den 24ten Dezember strandete hier eine ganz neue Spanische eiserne Barke. Die Mannschaft bargen wir den 26ten mit großer Mühe wegen des Eises und war dieselbe hier reichlich 10 Wochen. Die Mannschaft war 12 Mann und hatte das Schiff noch keine Ladung eingehabt.
Das Schiff hieß "Ulpiano", der Capitän hieß Soforino Prido und war von Kirvarder in Spanien. Kostgeld für die Mannschaft 1250 ii, Bergelohn 1000 M.

1876 strandeten wir 108 Ballen Tabak.

1876 strandeten wir im September eine Menge Planken, Bergelohn 240 M.

1877 Im Februar strandeten wir eine Tonne Oel, 3 Tonnen Fett, eine Tonne Talg und einen Block Nosbaum Holz, Bergelohn 195 M.

1882, den 8ten November strandete hier die Husumer Galliot "Maria", Capitän Detlefsen von England mit Steinkohlen beladen. Die Mannschaft rettete sich in dem Schiffsboot nach Pellworm.

1895, den 6ten Dezember strandete hier beim Westen an der Hallig der Ewer "Preciosa", Schiffer Jungclaus aus Geverdorf an der Oste. Das Schiff trieb den Abend über die Hallig nach Süden herüber und den anderen Morgen von dort wieder weiter nach Osterhever. Die Mannschaft, bestehend aus 2 Mann, war hier bis zu dem 9ten und brachte ich dieselben mit dem Boot nach Pell-worm.

1899, den 18ten November strandete auf Engelsand der Dampfer "Riga" aus Stettin mit Kohlen von Sunderland nach Stolpmünde beladen. Die Besatzung, aus 13 Mann bestehend, kam in 2 Booten nach Amrum.

1899, den 27ten September strandete hier der Schlepp-Dampfer "Hendriska" aus Emden. Die Besatzung, bestehend aus 6 Mann, rettete sich in die Rettungs Bake und kam von dort nach Süderoog

1900, den 22. November nachts 12 Uhr strandete hier der Dampfer "Kong Trygol" von Christiana Capitän Dahl nach Hamburg bestimmt. Derselbe wurde nach 8 Tagen wieder flott.

1902 Im November strandete auf der. D(?) Plate ein großer Spanischer Dampfer, welcher nach einigen Tagen durch Schlepper wieder abgebracht wurde.

1904, den 29ten März strandete hier die Galleasse "Anna", Kapitän Bengtsson von Gotenburg nach Husum mit Holz beladen. Die Mannschaft, 5 Mann, rettete sich im Boot nach hier.

1904, den 6. Oktober strandete auf Engelsand der Russische Schoner "Maria" aus Libau. Das Schiff wurde total wrack, die Mannschaft ertrank.

1907, den 26ten Januar strandete hier der Dampfer "Vostin" aus Norwegen mit Steinkohlen nach Brunsbüttel beladen. Selbiger wurde am 28. Januar durch Schlepper. Wieder abgebracht und an seinen Bestimmungsort gebracht.

 

1911, den 18 Mai strandete an dem Engelsand der Motorschoner "Ida" aus Flensburg. Das Schiff war mit Fettwaren von Esbjerg nach Hamburg beladen. Nachts 11 Uhr geriet das Schiff in Brand durch eine Petroleumlampe. Der Kapitän, seine Frau und ein Kind konnten nur mit größter Schwierigkeit ihr Leben retten. Von einem Fischer-Kutter wurden sie und die Besatzung nach Helgoland ge-bracht. Dem Kapitän sind ca. 750 M verloren. Wir bargen 26 Fässer Fett und die Segel des Schiffes.

1916, den 18ten Oktober strandete hier auf Engelsand de.r. Minendampfer M 55. Das Schiff hatte bei Helgoland Maschinenhavarie bekommen und trieb im Sturm hier her. Ein Matrose lag mit mehreren Kopf wunden tot an Bord im Mannschaftsraum. Nach ungefähr 4-5 Wochen wurde der Dampfer wieder abgebracht, ist aber nach einigen Tagen ungefähr 500 m draußen vor dem Sande gesunken. Die Besatzung des Schiffes war teils gerettet, teils ertrunken.

1918, den 26. Dezember strandete auf dem Süderoogsand dicht bei der Rettungsbake eine eiserne Schute von Helgoland mit Felsen beladen. Mannschaft war nicht an Bord.

1919, den 5ten Februar strandete auf dem Süderoog-Sand in der Nähe von Blaubach das Wasserflugzeug H 18 ohne Besatzung. Das Flug-zeug wurde nach 8 Tagen wieder von Helgoland aus, wo es hinge-hörte, abgeholt.

1919, den 10ten Dezember strandete auf dem Süderooger Sand eine große eiserne Pontonbrücke, von Helgoland abgetrieben. Da die Brücke schon sehr leck ist, ist ein Abbringen nicht mehr möglich.

1920, den 8ten Januar strandete auf dem Süderoog Sand der Seeleichter W 38 aus Emden mit Steinkohlen beladen nach Wilhelmshaven bestimmt. Die Besatzung, der Schiffsführer und 2 Matrosen, wurden am anderen Tage von uns mit dem Wagen geborgen. W 38 war von Aussagen der Leute unweit von Norderoog vom Schlepper, welcher Maschinenhavarie hatte, am 8ten morgens 9 Uhr losgeworfen und hat den ganzen Tag getriebenbis er abends 8 1/2 Uhr zum ersten Mal auf Grund stieß und um 9 Uhr fest saß. Die Mannschaft zeigte sofort Licht, welches wir sahen. Der Seeleichter, ein neues Schiff, hatte 4 elektrische Kräne an Bord. Gewicht der Ladung 285.000 kg.

1922, den 14. Dezember abends gegen 9 Uhr strandete auf dem Süderoog Sand 1/2 Std Weges nördlich der Bake der Schwedische Dreimast-Schoner "Sjöfageln". Das Schiff war in Malmö beheimatet und befand sich unterwegs mit einer Ladung Salz von Liverpool nach Kopenhagen. Die Besatzung, 9 Mann, wurde von Adolf Hellmann von Pellworm geborgen. In dem Schiff befand sich ein sehr starker Motor von 140 PS. Das Schiff war erst drei Jahre alt und hatte schon auf der ersten Fahrt alle drei Masten kappen müssen. Der Capitän hieß J. P. Nyberg und war aus Limham bei Malmö.
Wir bargen 4 Segel, Tauwerk, Blöcke, 1 Anker, 1 Pumpe, 1 Wasserbassin und einige Kleinigkeiten.
Engelsand: Die heutige Bezeichnung ist Nordwestplaat ,Quagegrund: SW von der Rettungsbake Die heutige Rettungsbake wurde 1896 gebaut.
Viel früher stand eine Rettungsbake bei Blaubach. Diese wurde im Jahre 1667 in einer Eisflut vernichtet.


Die Rettungsbake auf Süderoogsand

Die Einfahrt in die Hever zu den Häfen Pellworm und Husum war seit jeher gefährlich
und durch sich ständig verschiebende Sandbänke kam es häufig zu Strandungen.
Bereits sehr früh hatte man sich daher um Navigationshilfen bemüht. Schon im 13. Jhdt.
wurden große Türme gebaut: der Turm an der Alten Kirche zu Pellworm, die Blüse
von Neuwerk und der hohe Turm von Ritzebüttel an der Elbe. Zusammen mit dem Oberland von Helgoland ergaben sie gute Ansteuerungsmöglichkeiten in die Fahrwasser der
Hever und des Hörnumtiefs. Nach Einsturz des Pellwormer Turms 1611 wurde zunächst
auf Süderoog eine kleine Bake aufgestellt und auch von einigen Schiffern eine Laterne
unterhalten. Beides wurde von der Eisflut 1667 vernichtet und auch nicht wieder auf—
gebaut.
Erst 1867 ,also 200 Jahre danach, wurde auf Süderoogsand eine 60 Fuß hohe Bake er—
richtet, in der auch eine Kammer mit Brot und Wasser und ein Signalball für Schiffbrüchige angebracht war. Damals gab es auf der Sandbank sogar noch so etwas wie eine
kleine Dünenlandschaft und man erwog, sie durch Halmbepflazung zu befestigen.
Bei Ausbruch des Krieges 1870 wurde sie zerstört, aber 1871 neu errichtet.
1872 wurde ein massiver Turm mit Leitfeuern geplant, um die nächtliche Einfahrt in
die Süderhever zu erleichtern. Zur Ausführung kam dieser Plan jedoch nicht.
Die im Winter 1890/91 sehr heftigen Stürme, die mit starkem Eisgang verbunden waren,
zerstörten die Bake so stark, daß ein Neubau notwendig wurde. Sie wurde unfern des
Südwestrandes der Sandbank aufgestellt, wobei der obere Teil als Rechteck
mit darüberliegendem Halbkreisbogen ausgebildet war.
Die Rettungkammer darunter war möglichst klein gehalten, der Inhalt bestand aus einem
Ofen , einem Kohlenkasten mit Zubehör, einem Brotschrank, einem Wasserfaß mit Becher
einem Tisch, drei Bänken, die mit Hilfe von Klappen als Bettstellen benutzt werden
können, einer Flagge, einem Ballon, einer Lampe. Diese Rettungskammer hat bei Strandungen vielen Seeleuten das Überleben ermöglicht. Auch die Besatzung des spanischen
Schiffes "Ulpiano" konnte sich am 24. Dezember 1870 in die Bake retten und dort einige
Tage bis zur Abholung verbringen.
Etwa 1939 /40 wurde dann ein Leuchtfeuer in einer Eisenkuppel installiert, das jedoch
gegen Ende des Krieges 39/45 von englischen Fliegern zerschossen wurde.
Die heutige Bake ist (Jahreszahl wird nachgeliefert) neu errichtet worden und in den letzten Jahren noch mit
Sonnenkollektoren versehen worden.

Urschrift Strandungsprotokoll