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1798 kam ein kleiner Koff, die "Einigkeit",
von Husum mit Holz beladen von Norwegen hier auf den Strand
1801, den 18ten Oktober:
Nickels Hemsen Jost aus Süderhöft mit Stückgut
und Äpfeln beladen von Altona kommend auf dem Strande
1804 Peter Jens Klein aus Königsberg in Preußen
mit Röcken, Hanf und Linnen beladen
1811, den 25ten Dezember:
Daniel Breisen von Schweden mit Holz beladen. 5 Mann kamen
glücklich nach Süderoog und 3 Mann erfroren
auf dem Sande.
1812 Im Sommer strandete bei der SW-Ecke am Sande ein
Sonderburger Schiff. 10 Mann von der Besatzung ertranken
und 2 Mann kamen mit einem Boot bei der Hallig an.
1812 kam eine Jacht von Fanö mit Steinsalz von England
beladen auf den Strand. Die Mannschaft ertrank und liegen
der Capt. und dessen Bruder hier auf der Hallig begraben.
1834, den 23. Oktober:
Johann Hinrich Länger von Papenburg mit Hafer beladen
auf Strand.
1835 strandete das Brieg Schif f"Forster" von
England ohne Masten und Mannschaft
1836 Im Frühjahr kam Tapp von Pekela: Die Besatzung
von 4 Mann nebst Frau und Kinder kamen nach Süderoog.
1842 Im Sommer kam ein Holländer Koff auf den Sand.
Der Capt., Steuermann und ein Matrose wollten mit dem
Boot den Anker ausbringen, wobei des Boot kenterte und
alle drei ertranken. Des Capt. Frau und 3 Kinder, sowie
ein Matrose kamen hier nach Hause, worauf das Schiff nach
Föhr gebracht wurde. Das Schiff war von der Insel
Ameland.
1842 Im Herbst,John Katteford"von England mit Steinkohle
beladen, Die Besatzung, 8 Mann, kamen hier in 2 Booten
an.
1843 Im Herbst,,Heinrich Knabe"aus Husum von England
mit Stein-kohlen beladen. Das Schiff wurde nach einiger
Zeit wieder flott.
1843 Im Frühjahr„Peter Carstensen aus Friedrichstadt
von Bremen kommend mit Steinen beladen auf Strand.
1845, den 21ten Oktober:Die Brigg "Hermine"
aus Rostock mit Holz.
Die Mannschaft, 10 Mann, wurden geborgen. Capt.Jakob Müller.
1845, den 24ten Juni kam der Engländer„James
Keitey~mit Salz nach Husum beladen auf den Strand.
1847, den 29ten April kam ein gekentertes Koff Schiff
mit Holz beladen. Die Mannschaft verunglückte.
1848 Abschrift einer bier angetriebenen Flaschenpost:
"Das Preußische Brieg Schiff "Auguste
Christine" von Stettir geführt von Capt..Eduard
Schertan" ist, nachdem selbiges vor er den Fockmast
und Haas verloren hatte nach Cuxhafen abgehalten, wobei
der Wind aber den 20ten Novemb Baus WSW in Orkan zu wehen
anfing, so daß wir anjetzt wohl unseren Todt wohl
gegen 6 Uhr abends entgegen sehen können.
Der ehriche Finder dieser Flasche wolle gefälligst
die An-zeige davon machen. Capt. Eduard Scherlan
Hamburger Bucht zwischen Helgoland und Eider-Feuerschiff,
den 20. November 1848 4 Uhr abends"
Das Schiff strandete auf der inneren Quage SSW von Süderoog.
1854 Im Herbst kam ein Helgoländer
Schaloppe hier an, welches Hans Karsten Dreyer daselbst
gehörte.
1854, den 2ten November kamen hier 8 große Tonnen
Malageur Wein, 1 Tonne Öl, Weintrauben, Mandeln und
eine ungeheure Menge Zitronen.
1855 kam.Daniel Franz"von Helgoland seine Schaloppe
hier an.
1856, den 10ten Mai strandete Andreas Lorenzen von Langeneß
von Al tona mit Felssteinen beladen hier. Das Schiff hieß
"Caroline Amalie".
1850, den 26ten August ein Holländer Koff mit Ballast.
Die Mannschaft, 4 Seeleute und 2 Frauenspersonen, wurden
nach Süderoog geborgen.
1858 Im Januar kam eine große Menge Apfelsinen.
1859 14 Tage vor Ostern strandeten wir eine ganze Takelage
nebst Wracken einer Englischen Barke.
1856 14 Tage vor dem Föhringer Herbst Markte strandete
zwischen Süderoog und Norderoog ein Französischer
Schoner mit Wein, Öl, Champagner, weißem Leder,
Cognac und Sardellen. Die Mannschaft kam nach Pellworm.
1860, den 17ten Oktober strandete dicht bei dem Sande
eine Englische Brigg mit Steinkohlen beladen. Die Mannschaft
ertrank. Der Capitän und 3 seiner Leute lagen des
anderen Tags tot auf dem Sande.
1861, den 10ten August~fanden wir hier bei der Hallig
den am 28ten Juli bei Helgoland ertrunkenen Baron Alexander
von Müller aus Deutschland mit 1750 Cmk Geld bei
sich.
1861, den 5ten Dezember strandeten wir nahe bei der Huntje
an der Hever unser Schiff "Johanna". Dasselbe
war von Carolinen-Siehl in Oldenburg, und war in einem
fürchterlichen Sturm vor der Elbe gekentert.
1863 Im Dezember strandete das Holländische Koff
Schiff "Maria Catharina" von Norwegen mit Holz
beladen. Der Capitän hieß Dirk Krammer, der
Steuermann Jacob Laurenz de Fries war der Sohn des im
Sommer 1842 gestrandeten und ertrunkenen Capitäns.
1864, den 31ten Dezember strandete die Hannoveraner Galliot
"Gesine von West Rauderfehn von England mit Steinkohlen
beladen.
1866, den 31ten Oktober strandete ein ganz neuer Schoner
mit Eidenholz beladen NW vom Sande. Das Schiff trieb nach
einigen Tagen von da weg zwischen Carsten- und Bagenwarf
Ley, woselbst wir die Ladung nach Pellworm brachten. Das
Schiff war aus Barth aus Pommern und hieß '",
der Capitän Johann Casten.
1868, den 5ten Februar kam die gekenterte Brieg "Julie"
von Arendal in Norwegen mit Holz nach Sunderland beladen
hier an. Die Ladung brachten wir mit unserem Schiff hier
nach der Hal-
lig.
1868 Im April strandete auf dem Außen Quage Grund
NW von der Ansegelungs Tonne das Englische Vollschiff
"Elisabeth Catherina" von Lima mit Guano und
98 Ballen Baumwolle beladen. Auf diesem Schiff waren wir
die ersten an Bord und bargen viele Sachen.
Selbigen Sommer war hier auf Süderoog 2 Tage Auktion
von ca. 3000 Balken, 12 Ballen Baumwolle, 2 Tonnen Oel,
2 großen Trossen, 7 Kisten mit Kleidungsstücken,
7 Säcken mit Kleidern, einigen Paketen neuen Röcken
und Hemden, Seekarten, Compassen, 18 Flaggen, Kochgerätschaften,
1 Kiste Zucker, 2 Kisten Banne nen- und Melonensaft, 1
Kiste mit Chinesischem Elfenbein, Arm beiten und Bücher,
1 Kiste mit Uhren und Uhrmachergerätschaften 30 Tolli
Bretter, 500 Pfund Kopfer, 5 Wracken und sonstigen Sachen.
1870 Zwischen dem 13. und '14ten November
strandete hier eine Eng-lische Brieg mit Ballast. Die
Mannschaft wurde geborgen. Das Schiff hieß "Londonderry",
der Capitän William Erverth. Bergelohn: 30 Pfund
Sterling
1870, den 15ten November strandete das
Hamburger Vollschiff "Oernern auf dem 'Quage Grund
mit Manufakturwaren. Das Schiff kappte die Masten zwischen
dem 13ten und 14ten Oktober und lag bis zum 15ten 7 Uhr
morgens vor seinen Ankern.
6 von der Mannschaft und 3 Passagiere kamen hier mit dem
Boote an und 13 Mann ertranken an Bord. Von diesem Schiff
erhielten für unseren Anteil 7.500 M.
1870, den 24ten Dezember strandete hier
eine ganz neue Spanische eiserne Barke. Die Mannschaft
bargen wir den 26ten mit großer Mühe wegen
des Eises und war dieselbe hier reichlich 10 Wochen. Die
Mannschaft war 12 Mann und hatte das Schiff noch keine
Ladung eingehabt.
Das Schiff hieß "Ulpiano", der Capitän
hieß Soforino Prido und war von Kirvarder in Spanien.
Kostgeld für die Mannschaft 1250 ii, Bergelohn 1000
M.
1876 strandeten wir 108 Ballen Tabak.
1876 strandeten wir im September eine
Menge Planken, Bergelohn 240 M.
1877 Im Februar strandeten wir eine Tonne
Oel, 3 Tonnen Fett, eine Tonne Talg und einen Block Nosbaum
Holz, Bergelohn 195 M.
1882, den 8ten November strandete hier
die Husumer Galliot "Maria", Capitän Detlefsen
von England mit Steinkohlen beladen. Die Mannschaft rettete
sich in dem Schiffsboot nach Pellworm.
1895, den 6ten Dezember strandete hier
beim Westen an der Hallig der Ewer "Preciosa",
Schiffer Jungclaus aus Geverdorf an der Oste. Das Schiff
trieb den Abend über die Hallig nach Süden herüber
und den anderen Morgen von dort wieder weiter nach Osterhever.
Die Mannschaft, bestehend aus 2 Mann, war hier bis zu
dem 9ten und brachte ich dieselben mit dem Boot nach Pell-worm.
1899, den 18ten November strandete auf
Engelsand der Dampfer "Riga" aus Stettin mit
Kohlen von Sunderland nach Stolpmünde beladen. Die
Besatzung, aus 13 Mann bestehend, kam in 2 Booten nach
Amrum.
1899, den 27ten September strandete hier
der Schlepp-Dampfer "Hendriska" aus Emden. Die
Besatzung, bestehend aus 6 Mann, rettete sich in die Rettungs
Bake und kam von dort nach Süderoog
1900, den 22. November nachts 12 Uhr strandete
hier der Dampfer "Kong Trygol" von Christiana
Capitän Dahl nach Hamburg bestimmt. Derselbe wurde
nach 8 Tagen wieder flott.
1902 Im November strandete auf der. D(?)
Plate ein großer Spanischer Dampfer, welcher nach
einigen Tagen durch Schlepper wieder abgebracht wurde.
1904, den 29ten März strandete hier
die Galleasse "Anna", Kapitän Bengtsson
von Gotenburg nach Husum mit Holz beladen. Die Mannschaft,
5 Mann, rettete sich im Boot nach hier.
1904, den 6. Oktober strandete auf Engelsand
der Russische Schoner "Maria" aus Libau. Das
Schiff wurde total wrack, die Mannschaft ertrank.
1907, den 26ten Januar strandete hier
der Dampfer "Vostin" aus Norwegen mit Steinkohlen
nach Brunsbüttel beladen. Selbiger wurde am 28. Januar
durch Schlepper. Wieder abgebracht und an seinen Bestimmungsort
gebracht.
1911, den 18 Mai strandete an dem Engelsand
der Motorschoner "Ida" aus Flensburg. Das Schiff
war mit Fettwaren von Esbjerg nach Hamburg beladen. Nachts
11 Uhr geriet das Schiff in Brand durch eine Petroleumlampe.
Der Kapitän, seine Frau und ein Kind konnten nur
mit größter Schwierigkeit ihr Leben retten.
Von einem Fischer-Kutter wurden sie und die Besatzung
nach Helgoland ge-bracht. Dem Kapitän sind ca. 750
M verloren. Wir bargen 26 Fässer Fett und die Segel
des Schiffes.
1916, den 18ten Oktober strandete hier
auf Engelsand de.r. Minendampfer M 55. Das Schiff hatte
bei Helgoland Maschinenhavarie bekommen und trieb im Sturm
hier her. Ein Matrose lag mit mehreren Kopf wunden tot
an Bord im Mannschaftsraum. Nach ungefähr 4-5 Wochen
wurde der Dampfer wieder abgebracht, ist aber nach einigen
Tagen ungefähr 500 m draußen vor dem Sande
gesunken. Die Besatzung des Schiffes war teils gerettet,
teils ertrunken.
1918, den 26. Dezember strandete auf dem
Süderoogsand dicht bei der Rettungsbake eine eiserne
Schute von Helgoland mit Felsen beladen. Mannschaft war
nicht an Bord.
1919, den 5ten Februar strandete auf dem
Süderoog-Sand in der Nähe von Blaubach das Wasserflugzeug
H 18 ohne Besatzung. Das Flug-zeug wurde nach 8 Tagen
wieder von Helgoland aus, wo es hinge-hörte, abgeholt.
1919, den 10ten Dezember strandete auf
dem Süderooger Sand eine große eiserne Pontonbrücke,
von Helgoland abgetrieben. Da die Brücke schon sehr
leck ist, ist ein Abbringen nicht mehr möglich.
1920, den 8ten Januar strandete auf dem
Süderoog Sand der Seeleichter W 38 aus Emden mit
Steinkohlen beladen nach Wilhelmshaven bestimmt. Die Besatzung,
der Schiffsführer und 2 Matrosen, wurden am anderen
Tage von uns mit dem Wagen geborgen. W 38 war von Aussagen
der Leute unweit von Norderoog vom Schlepper, welcher
Maschinenhavarie hatte, am 8ten morgens 9 Uhr losgeworfen
und hat den ganzen Tag getriebenbis er abends 8 1/2 Uhr
zum ersten Mal auf Grund stieß und um 9 Uhr fest
saß. Die Mannschaft zeigte sofort Licht, welches
wir sahen. Der Seeleichter, ein neues Schiff, hatte 4
elektrische Kräne an Bord. Gewicht der Ladung 285.000
kg.
1922, den 14. Dezember abends gegen 9
Uhr strandete auf dem Süderoog Sand 1/2 Std Weges
nördlich der Bake der Schwedische Dreimast-Schoner
"Sjöfageln". Das Schiff war in Malmö
beheimatet und befand sich unterwegs mit einer Ladung
Salz von Liverpool nach Kopenhagen. Die Besatzung, 9 Mann,
wurde von Adolf Hellmann von Pellworm geborgen. In dem
Schiff befand sich ein sehr starker Motor von 140 PS.
Das Schiff war erst drei Jahre alt und hatte schon auf
der ersten Fahrt alle drei Masten kappen müssen.
Der Capitän hieß J. P. Nyberg und war aus Limham
bei Malmö.
Wir bargen 4 Segel, Tauwerk, Blöcke, 1 Anker, 1 Pumpe,
1 Wasserbassin und einige Kleinigkeiten.
Engelsand: Die heutige Bezeichnung ist Nordwestplaat ,Quagegrund:
SW von der Rettungsbake Die heutige Rettungsbake wurde
1896 gebaut.
Viel früher stand eine Rettungsbake bei Blaubach.
Diese wurde im Jahre 1667 in einer Eisflut vernichtet.
Die Rettungsbake auf Süderoogsand
Die Einfahrt in die Hever zu den Häfen Pellworm
und Husum war seit jeher gefährlich
und durch sich ständig verschiebende Sandbänke
kam es häufig zu Strandungen.
Bereits sehr früh hatte man sich daher um Navigationshilfen
bemüht. Schon im 13. Jhdt.
wurden große Türme gebaut: der Turm an der
Alten Kirche zu Pellworm, die Blüse
von Neuwerk und der hohe Turm von Ritzebüttel an
der Elbe. Zusammen mit dem Oberland von Helgoland ergaben
sie gute Ansteuerungsmöglichkeiten in die Fahrwasser
der
Hever und des Hörnumtiefs. Nach Einsturz des Pellwormer
Turms 1611 wurde zunächst
auf Süderoog eine kleine Bake aufgestellt und auch
von einigen Schiffern eine Laterne
unterhalten. Beides wurde von der Eisflut 1667 vernichtet
und auch nicht wieder auf—
gebaut.
Erst 1867 ,also 200 Jahre danach, wurde auf Süderoogsand
eine 60 Fuß hohe Bake er—
richtet, in der auch eine Kammer mit Brot und Wasser und
ein Signalball für Schiffbrüchige angebracht
war. Damals gab es auf der Sandbank sogar noch so etwas
wie eine
kleine Dünenlandschaft und man erwog, sie durch Halmbepflazung
zu befestigen.
Bei Ausbruch des Krieges 1870 wurde sie zerstört,
aber 1871 neu errichtet.
1872 wurde ein massiver Turm mit Leitfeuern geplant, um
die nächtliche Einfahrt in
die Süderhever zu erleichtern. Zur Ausführung
kam dieser Plan jedoch nicht.
Die im Winter 1890/91 sehr heftigen Stürme, die mit
starkem Eisgang verbunden waren,
zerstörten die Bake so stark, daß ein Neubau
notwendig wurde. Sie wurde unfern des
Südwestrandes der Sandbank aufgestellt, wobei der
obere Teil als Rechteck
mit darüberliegendem Halbkreisbogen ausgebildet war.
Die Rettungkammer darunter war möglichst klein gehalten,
der Inhalt bestand aus einem
Ofen , einem Kohlenkasten mit Zubehör, einem Brotschrank,
einem Wasserfaß mit Becher
einem Tisch, drei Bänken, die mit Hilfe von Klappen
als Bettstellen benutzt werden
können, einer Flagge, einem Ballon, einer Lampe.
Diese Rettungskammer hat bei Strandungen vielen Seeleuten
das Überleben ermöglicht. Auch die Besatzung
des spanischen
Schiffes "Ulpiano" konnte sich am 24. Dezember
1870 in die Bake retten und dort einige
Tage bis zur Abholung verbringen.
Etwa 1939 /40 wurde dann ein Leuchtfeuer in einer Eisenkuppel
installiert, das jedoch
gegen Ende des Krieges 39/45 von englischen Fliegern zerschossen
wurde.
Die heutige Bake ist (Jahreszahl wird nachgeliefert) neu
errichtet worden und in den letzten Jahren noch mit
Sonnenkollektoren versehen worden. |